Häufige Fragen (FAQ)

Der Einfachheit halber gilt in diesem Text die männliche Bezeichnung für beide Geschlechter.

Die folgenden Fragen und Antworten enthalten keine medizinischen Ratschläge. Wir können lediglich einige der häufigsten Fragen zur Anästhesie (Narkose) beantworten. Da auf diese Weise keine vollständige Information gegeben werden kann, besprechen Sie bitte vor einem Eingriff mit dem Anästhesisten spezifische Fragen bezüglich Ihrer Narkose und Ihren Vorerkrankungen.

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Kann ich während der Narkose wach werden?

Einfach 'erwachen' wie am Morgen nach dem Schlafen können Sie nicht.

'Wachheit unter Narkose' beschreibt die Situation eines Patienten während einer Allgemeinnarkose, der das Bewusstsein nicht komplett verloren hat oder zeitweise begrenzt wiedergewinnt.

Diese Situation ist selten und normalerweise empfinden die Patienten dabei keine Schmerzen. Wenn sich ein Patient an etwas erinnert, dann oft an Momente vor oder nach der Operation, das heisst kurz vor dem Einschlafen oder kurz nach dem Aufwachen. Dieser Zustand ist nicht gefährlich. Um jedoch zu verhindern, dass Wachheit während der Anästhesie und Operation auftritt, werden Sie vom Anästhesisten(= Narkosearzt) und seinem Team während der ganzen Narkose überwacht und behandelt. Die Narkosetiefe wird ständig beurteilt und dem jeweiligen Bedarf entsprechend individuell eingestellt.

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Werde ich unter der Narkose Sachen sagen, die ich sonst nicht sagen würde?

Nein, ...

es ist völlig unmöglich, dass Sie während einer Anästhesie sprechen können.

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Werde ich träumen?

Nein. Eine Narkose ist ein tieferer Zustand des Bewusstseinsverlustes als der normale Schlaf, in welchem Träume vorkommen.

Hingegen sind Träume beim Erwachen oder beim 'Ausschlafen' der Anästhesie im Aufwachraum möglich. Meistens handelt es sich dabei um angenehme Traumerlebnisse.

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Welche Risiken bestehen bei der Allgemeinanästhesie?

Jede Form der Anästhesie ist ein medizinischer Eingriff, der nie völlig frei von Risiken sein kann.

Schwere Schädigungen oder Komplikationen durch eine Narkose sind extrem selten und mit den modernen Narkosemitteln und Überwachungsverfahren noch viel seltener geworden. Das spezifische Risiko von Operation und Anästhesie hängt ganz wesentlich von Ihren Vorerkrankungen, Ihrem aktuellen Gesundheitszustand und der Grösse und Art des Eingriffs ab. Fragen Sie Ihren Anästhesisten nach den speziellen Risiken im Zusammenhang mit Ihrer Narkose.

Es besteht überdies immer das Risiko zum Beispiel einer unvorhergesehene Reaktion auf ein Medikament. Das kann selten zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Für diese seltenen Zwischenfälle ist es nötig, dass alle Patienten während der Narkose ununterbrochen durch Geräte und Apparate, vor allem aber durch den Anästhesisten und sein Team, überwacht werden. So ist eine rasche Erkennung und Behandlung von Komplikationen möglich. Die schwerwiegendsten, aber extrem seltenen Komplikationen umfassen vorübergehende oder bleibende neurologische Schädigungen, Herzinfarkt und Kreislaufversagen oder ein akutes Lungenversagen, schlimmstenfalls und extrem selten mit Todesfolge.

Häufigere, meist rasch vorübergehende Komplikationen wie Übelkeit, Erbrechen, Halsschmerzen, Heiserkeit, Müdigkeit, Schwindel, Muskelschmerzen etc. können unangenehm sein, sind aber nicht bedrohlich und in der Regel schnell und einfach zu behandeln.

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Haben ältere Patienten ein höheres Narkose-Risiko?

Das eigentliche Alter erhöht das Risiko einer Anästhesie nicht.

Die meisten Probleme im Rahmen einer Operation und Narkose bei älteren Menschen sind verursacht durch bestehende Organfunktionsstörungen (z.B. Herz-Kreislauferkrankungen, Lungenkrankheiten, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, Störungen der Blugerinnung etc), die im Alter häufiger sind. Deshalb ist es wichtig, dass alle Patienten, junge und alte, vor der Operation von einem Anästhesiearzt nach dem Gesundheitszustand und durchgemachten Krankheiten befragt und untersucht werden. Der Anästhesist kann dann das für Ihren Fall geeignete Anästhesieverfahren bestimmen, die notwendigen Überwachungsverfahren festlegen und die Medikamente dazu verschreiben. Alles wird zudem mit Ihnen besprochen.

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Erhöht Rauchen das Anästhesie-Risiko?

Zunächst kann gesagt werden, dass das Risiko einer Narkose für Nichtraucher wie auch für Raucher insgesamt sehr gering ist.

Das Rauchen erhöht jedoch das Risiko für Atemwegsprobleme im Rahmen einer Vollnarkose. Je nach Art des Eingriffs kann man diese Probleme durch eine Teilnarkose umgehen. Zudem führt der negative Einfluss des Rauchens auf andere Organsysteme, wie das Herz-Kreislauf-System, zu einer Erhöhung des allgemeinen Komplikationsrisikos. Der Anästhesiearzt kann Ihnen detaillierte Auskünfte geben und das für Ihren Fall geeignete Anästhesieverfahren bestimmen.

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Bis wann darf ich vor einer Narkose essen und trinken?

Um das Risiko zu minimieren, dass durch Erbrechen während der Anästhesdie der Mageninhalt in die Lungen gelangt, darf man ab 6 Stunden vor einer Narkose nichts mehr zu sich nehmen. Zuvor sollte man keine fetthaltigen, schweren Speisen essen.

Klare Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee ohne Milch sind bis 2 Stunden vor dem Eingriff erlaubt. Durch den Anästhesisten verordnete Medikamente können mit einem Schluck Wasser bis vor der Operation eingenommen werden. Auf Kaugummis und Zigaretten, welche die Magensäureproduktion auch stimulieren, sollte vor der Narkose ebenfalls verzichtet werden. Dies gilt sowohl für die Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) als auch für die Regionalanästhesie (Teilnarkose) und Operationen in lokaler Anästhesie, da in seltenen Fällen bei ungenügender Schmerzfreiheit auf eine Vollnarkose gewechselt werden muss.
Ihr Anästhesist wird Ihnen genau erklären, ob und wie lange Sie nichts essen und trinken dürfen.

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Wird das Narkoserisiko durch regelmässige Schmerzmittel-Einnahme erhöht?

Nein, das hat keinen Einfluss auf das Narkoserisiko.

Durch regelmässige Einnahme von starken Schmerzmitteln, wie z.B. morphiumhaltige Medikamente, entsteht eine Toleranz gegenüber der Wirkung der von uns während und nach der Narkose benutzten Schmerzmittel. Es sind daher meist höhere Dosen nötig, damit Sie schmerzfrei sind. Deshalb ist es sehr wichtig, dass der Anästhesiearzt genau darüber informiert ist, welche Medikamente in welchen Dosierungen Sie einnehmen.

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Haben Medikamente, die ich regelmässig einnehme, einen Einfluss auf die Narkose?

Es ist immer möglich, dass verschiedene Medikamente aufeinander einwirken.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie dem Anästhesisten alle Medikamente, die Sie einnehmen, mitteilen.

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Wann kann ich wieder normale Aktivitäten verrichten?

Das ist meist viel mehr abhängig von der Art der Operation als von der Anästhesie. Die Narkosemedikamente sind nach wenigen Stunden abgebaut.

Man darf jedoch in den ersten 24 Stunden nach einer Anästhesie keine Tätigkeiten verrichten, welche die volle geistige Aufmerksamkeit erfordern, wie z.B. Autofahren. Zudem sollten Sie während dieser Zeit auch keine Tätigkeiten von rechtlicher Bedeutung ausüben (z.B. wichtige Dokumente, Verträge unterschreiben etc.). Ihr Anästhesist kann Ihnen genaue Weisungen geben, welche auf Ihre spezielle Situation zutreffen.

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Warum werde ich vor der Narkose so genau über meinen Gesundheitszustand befragt?

Die Anästhesie und die Operation beeinflussen den ganzen Körper.

Ihr Anästhesiearzt muss genau über Ihren Gesundheitszustand informiert sein, um die für Sie am besten geeignete Narkose zu bestimmen, die Medikamente zu verordnen und die notwendige medizinische Überwachung während und nach der Operation zu garantieren. Zudem kann so Ihre jeweilige medizinische Behandlung während des Spitalaufenthaltes weitergeführt werden, was hilft, Komplikationen zu vermeiden. Sie sollten Ihren Anästhesisten auch über Unverträglichkeiten und Allergien, Alkohol- oder Drogeneinnahme, Vorerkrankungen und frühere Narkoseerfahrungen informieren. Selbstverständlich unterliegen alle Ihre Angaben und alle Befunde und Untersuchungsresultate der ärztlichen Schweigepflicht.

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Kann ich mir als Patient eine Anästhesie aussuchen?

Es gibt Operationen, bei denen die Möglichkeit besteht, ein Anästhesieverfahren zu wählen (z.B. kleinere Eingriffe an Armen oder Beinen). Andere Operationen können hingegen nur in Allgemeinanästhesie durchgeführt werden (z. B. Operationen am geöffneten Brustkorb oder grosse Bauchoperationen).

Neben der Operation selbst müssen aber auch Ihr Gesundheitszustand und die Medikamente, die Sie täglich einnehmen, berücksichtigt werden. Der zuständige Anästhesist wird dies alles im Rahmen der Prämedikationsvisite mit Ihnen besprechen.

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Wie geht es mir nach einer Anästhesie?

Nach einer Allgemeinanästhesie sind Sie in der Regel noch müde, selten etwas verwirrt, bis die Wirkung der Medikamente ganz abgeklungen ist.

Es kann sein, dass Sie in den täglichen Verrichtungen (z.B. Aufstehen, Waschen usw.) etwas verlangsamt sind, bis die Wirkung der Medikamente ganz nachgelassen hat. Dies dauert nur wenige Stunden und kann auch nach einer Teilanästhesie der Fall sein.

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Treten nach Operationen häufig Verwirrungszustände auf?

Selten treten nach einer Anästhesie ausgeprägte Verwirrungszustände auf.

Diese können zwar durch die Anästhesiemittel ausgelöst werden, sind jedoch oft auf andere Ursachen zurückzuführen, wie z.B. eine entgleiste Zuckerkrankheit, Störungen im Wasserhaushalt oder ähnliches. Diese Störungen sind vor allem bei älteren Patienten zu finden.

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Kann eine Allgemeinanästhesie das Denken beeinträchtigen?

Mit den modernen Anästhesiemitteln und den modernen Überwachungsmöglichkeiten funktioniert das Gedächtnis nach Abklingen der Narkosewirkung wieder normal.

Ganz selten sind Nachwirkungen für wenige Tage zu erwarten. Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass kein Unterschied zwischen einer Allgemein- oder Teilanästhesie besteht. Wichtig zu wissen ist aber, dass die Abnahme der Denkfähigkeit ein normaler Alterungsprozess ist.

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Wann wache ich nach einer Allgemeinanästhesie wieder auf?

In der Regel wird der Anästhesist am Operation-Ende die Narkosemittel stoppen, worauf Sie sehr schnell aufwachen.

Sie sind dann aber immer noch müde und können noch einige Stunden schläfrig sein.

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Wann wird bei einer Operation Fremdblut gegeben?

Das Risiko, bei einer Operation Fremdblut zu erhalten, hängt von Ihrem Gesundheitszustand und von der Art der Operation ab.

Generell gilt, dass bei grösseren Operationen der Blutverlust grösser ist, weswegen dann eher Fremdblut gegeben werden muss. Wenn Sie an einer Blutarmut oder an ausgeprägter Arterienverkalkung leiden, wird man während einer Operation eher Fremdblut geben müssen. In vielen Fällen werden jedoch Massnahmen ergriffen, das Blut, das während einer Operation verlorengeht, zu sammeln und zu reinigen, um es dem Patienten danach zurückzugeben.